Tipps zum Umgang mit Uhren

 

Hier wollen wir Ihnen Tips für den Umgang mit Ihren Uhren geben. Sei es zur Pflege, mit welchen Maßnahmen Sie zur Werterhaltung und korrekter Funktion Ihrer Uhr beitragen können oder zur Aufklärung von Mythen.

Armbanduhren

 

Tipp A1 - Wasserdicht bis XX Meter

 

Die Angabe auf einer Uhr, diese wäre bis XX Meter wasserdicht, ist in der DIN 8310 geregelt. Technisch bedeutet diese Angabe eine Dichtigkeit bei einem bestimmten Druck. Die Angabe "bis 30 m" bedeutet beispielsweise, dass die Uhr bei einem Wasserdruck, der nicht stark schwankt, von 3 Bar (oder atm) weniger als 50 µg Wasser pro Minute eindringen lässt. Dies heißt übersetzt: Die Uhr ist ab Werk "nicht ganz dicht", geeignet für kurzfristigen (!) Wasserkontakt ohne Druckspitzen.

 

Hier eine Übersicht, wie Sie eine Uhr mit der jeweiligen Kennzeichnung nutzen können:

 

bis 30 m, geeignet für Waschen (Hände), Regen oder Spritzer

 

bis 50 m, wie "30 m" und auch Baden (Wanne), NICHT Duschen !

 

bis 100 m, wie "50 m" und auch Duschen und Schwimmen

 

bis 200 m, wie "100 m" und zusätzlich Tauchen OHNE Geräte (!, Schnorcheln)

 

Wird Ihre Uhr häufiger dem Wasser ausgesetzt, so sind die Modelle ab einer Kennzeichnung "100 m" mit Schraubkrone sehr zu empfehlen. Diese sind auch resistenter gegen Temperaturschwankungen. Wenn Sie beispielsweise nach einem Sonnenbad (mit Uhr ohne Schraubkrone) anschließend in das Wasser springen wird die Luft innerhalb der Uhr schlagartig abkühlen und sich zusammenziehen. Dies führt zu einem "Einsaugen" von Wasser, da der spezifizierte (Differenz-)Druck an den Dichtungen dann überschritten wird.

 

Anzumerken ist auch noch, dass Wasserdichtigkeit keine bleibende Eigenschaft ist. Dichtungen altern. Eine regelmäßige Überprüfung sorgt für Sicherheit im Rahmen der o.g. Parameter. Speziell auch beim Batteriewechsel.

 

 

Tipp A2 - Nicht genutzte mechanische Uhren

 

Nicht genutzte mechanische Uhren sollten auf keinen Fall jahrelang in irgendwelchen Schmuckkästchen ein Schattendasein fristen. Denn sie stehen sich kaputt (das Öl verharzt schneller). Man sollte diese also mindestens einmal die Woche aufziehen.

 

 

Tipp A3 - Räderwerk von Quartzuhren

 

Auch Quartzuhren (Analog, also mit Zeiger) haben ein Räderwerk und benötigen ab und zu eine Wartung oder lassen sich reparieren. Das ist manchmal preiswerter als ein Werktausch.

 

 

Tipp A4 - Analoge Quartzuhren und Magnetfelder

 

Analoge Quartzuhren sollten nicht in der Nähe von Magnetfeldern (Radiowecker, Microwelle, Stereoboxen, PC u.s.w) gelagert werden, auch nicht über Nacht. Der Schrittschaltmotor könnte Schaden nehmen.

 

 

Tipp A5 - Armbänder

 

Lederbänder: Ist ein teures Krokoband immer sinnvoll? Stilvoll sicher, aber auch dieses fängt nach einem Jahr an etwas streng zu riechen. Der hygienischere Weg ist vielleicht auf eine preiswertere Krokoprägung umzusteigen und lieber einmal im Jahr zu wechseln. Übrigens auch ein Metallband sollte man ab und zu zum Uhrmacher bringen damit dieser es im Ultraschall reinigen kann.

 

Stand- und Wanduhren

 

Tipp S1 - Aufziehen von Uhren, die durch Gewichte angetrieben werden

 

Bei Wohnraumuhren, die durch Gewichte angetrieben werden, sollte beim Aufziehen nicht einfach am freien Ende der Kette gezogen sondern währenddessen das Gewicht leicht angehoben (die Uhr entlastet) werden. Andernfalls ist es möglich, dass sich die Kette mit der Zeit längt. Zusätzlich werden so die Lager des Antriebs entlastet.

 

 

Tipp S2 - Schlagwerkuhren und der Urlaub

 

Bei alten Uhren mit Schlagwerk ist es ratsam sie anzuhalten wenn man in den Urlaub fährt. Wenn man die Uhr einfach weiter laufen läßt, läuft meistens das Uhrwerk noch ein wenig länger als das Schlagwerk und dann ist der Stundenschlag hoffnunglos durcheinander. Denn alte Uhren haben meistens kein selbst justierendes Schlagwerk (Rechenschlagwerk). Nach dem Urlaub einfach die Uhr wieder in Gang setzen und alles ist gut.

 

 

Tipp S3 - Viel hilft nicht immer viel ...

 

Bei sehr vielen Großuhren sind die Federn und/oder die Gewichte zu groß bemessen, immer nach dem Motto "Viel hilft viel". Leider hat die Sache einen Haken, wenn die Uhr selbst mit der zu groß bemessenen Antriebskraft von alleine stehen bleibt sind meistens bereits einige Lager geschädigt weil das Öl schon seit längerer Zeit völlig verharzt ist. Kommen Sie dem Lagerschaden zuvor und lassen Sie ihre Großuhr ca. alle 10 Jahre überholen. Das spart am Ende den ein oder anderen EURO bei der Reparatur.

 

 

Tipp S4 - Transport von Großuhren, Pendeluhren, etc.

 

Soll Ihre Großuhr transportiert werden (Umzug, neuer Standort o.ä.) auf jeden Fall die Gewichte und das Pendel aushängen und die Pendelgabel, etwa mit einem Papierstreifen, leicht festsetzen. Falls möglich das ganze Werk aus dem Gehäuse nehmen und sicher verpacken. So wird die Technik bestmöglich geschont.

 

 

Tipp S5 - Aufstellung/Ausrichtung von Großuhren, Pendeluhren, etc.

 

Der Uhrenkasten (also das Werk, nicht unbedingt die ganze Uhr) muss in jedem Fall senkrecht ausgerichtet sein. Dies kann z.B. mit selbstklebendem Filz unter den Füßen erreicht werden (Wasserwaage nutzen). Nur dann kann das Uhrwerk bestimmungsgemäß arbeiten. Bei korrekter Ausrichtung sollte das Klicken gleichmäßig sein (Pendelschwung rechts wie links). Andernfalls ist die Pendelaufhängung fehljustiert und muss kontrolliert und nachjustiert werden.

 

 

Tipp S6 - Aufziehen von Großuhren

 

Großuhren sollte man möglichst immer zur gleichen Zeit aufziehen. Die Gangreserve wird nicht überschritten und das mühsame Stellen (Tipp S7) wird vermieden.

 

 

Tipp S7 - Stellen von Großuhren

 

Stellen Sie die Zeit immer dadurch ein, dass Sie das Pendel anhalten und dann den Minutenzeiger VORWÄRTS bewegen. Der Stundenzeiger sollte automatisch folgen und wird manuell nicht bewegt. Bei Uhren mit Schlagwerk: Auf KEINEN Fall rückwärts stellen! Lassen Sie sie ggf. schlagen und stellen erst dann vorwärts weiter! Man merkt beim Stellen wie sich die Uhr zum Schlagen bereit macht, gönnen Sie ihr die Pause und fahren Sie erst nach dem Schlagen mit der weiteren Einstellung fort. Hören Sie nach anschließendem leichten Anschieben des Pendels ein gleichmäßiges Ticken ist alles OK. Bei ungleichmäßigem Lauf, siehe Tipp S5. Hilft auch ein Neuausrichten nicht, genehmigen Sie Ihrer Uhr eine Wartung.

 

 

Tipp S8 - Ölen von Großuhren

 

Die handelsüblichen Öle und Fette (Sprühöle wie Caramba, Ballistol, WD40 oder Silikonöl, Nähmaschinen- und Fahrradöle und sonstige Fette) sind für die Werke von Großuhren nur bedingt, zu 99% aber gar nicht, geeignet! Sprechen Sie mit uns.

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